Klaus Osterwald: DONATUS SUBAQUA
Zu sehen und zu hören:   zu den akustischen Arbeiten von Klaus Osterwald
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Donatus Subaqua
Der belauschte See
Neben der bildnerischen Arbeit "sammelt" Osterwald seit Jahren Geräusche unterschiedlichen Ursprungs, die er seit einiger Zeit auch für akustische Installationen nutzt. Diese Konzept eines künstlerischen "Lauschangriffs" hat Klaus Osterwald mit seinem Projekt "DONATUS SUBAQUA" 1998 ausgebaut. Ausgehend von der seit längerem in der Zoologie diskutierten Erkenntnis, daß auch Fische akustisch kommunizieren, konstruierte Osterwald Unterwassermikrophone, mit denen er im Donatussee, einer gefluteten Grube des ehemaligen Braunkohletagebaus in der näheren Umgebung von Köln, Tonaufnahmen in einer Tiefe von bis zu 12 m machte.

Überraschenderweise dokumentierte das Aufnahmegerät eine schier unglaubliche Fülle an verschiedenen Geräuschen: Eine völlig unbekannte Klangwelt, die Osterwald noch im gleichen Jahr in einer Installation in Ausstellungen in der Köln, London und Seoul vorstellte. Er installierte mehrere große, hornartige Schalltrichter aus Aluminiumguß mit Druckkammer-
treibern, aus denen die fremdartigen Laute seiner Unterwasser-Forschung hörbar wurden. Auch bei dieser Installation wurde die skulpturale Gestaltung zum wirkungssteigernden Moment: Die fanfarenähnliche "Hoheitsform" der Trichter überhöht die eher leisen Töne ins Monumentale und Rätselhafte. Doch mit der Präsentation als Installation hat die Arbeit an "DONATUS SUBAQUA" noch kein Ende gefunden: Inzwischen befassen sich Zoologen, Ethologen und Bioakustiker mit Osterwalds Aufnahmen, denn der Ursprung der eigenartigen Laute ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Neben ihrer Darstellung anhand von Kurvendiagrammen wird auch die wissenschaftliche Recherche so zum stetig anwachsenden konzeptuellen Teil des Werkes.

Andreas Denk